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Flensburger CSC Standort vor dem Aus

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Flensburger CSC Standort vor dem Aus

Beschäftigte der Deutschen Post Customer Service Center (CSC) GmbH in Flensburg kämpfen für den Erhalt ihres Standortes und ihrer Arbeitsplätze. Auf dem Protestmarsch am 1. Dezember über den Weihnachtsmarkt erklärten in nur 90 Minuten 240 Flensburger Bürger/innen mit ihrer Unterschrift ihre Solidarität mit den Beschäftigten. In seinem Grußwort sprach der Bürgermeister Henning Brüggemann den betroffenen Mitarbeiter/innen Mut zu.

CSC Flensburg ver.di Protestmarsch am 1. Dezember über den Weihnachtsmarkt

Die Unterstützung für die Beschäftigten der CSC wächst – und so auch der Druck auf die Post. Oberbürgermeisterin Simone Lange übt scharfe Kritik an den Plänen des Post-Konzerns in Flensburg. Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen Ellen Kittel-Wegener hat in den Ältestenrat der Stadt Flensburg einen Resolutionsvorschlag zur Erhaltung des Standortes eingebracht. Über diesen wurde am Donnerstag, 13.12.2018 im Rat abgestimmt.

CSC Flensburg ver.di Bürgermeister Henning Brüggemann spricht den betroffenen Mitarbeiter/innen Mut zu

Die CSC leistet mit ihrem Kundenservice an 23 Standorten einen wesentlichen Beitrag zu dem positiven Gesamtergebnis des Konzerns der DP AG. In den vergangenen Jahren wurden diverse Arbeitspakete an Subunternehmer im Kosovo, in Portugal, Griechenland, Serbien, Rumänien und Polen vergeben. Mit dieser Geschäftspolitik wurde die Gesamtzahl der Beschäftigten in Deutschland halbiert. Plant das Unternehmen diesen Trend mit den Tätigkeiten des Standortes Flensburg fortzusetzen? Anscheinend ist eine Entlohnung von 9,26 € in der untersten Lohngruppe bei Arbeitszeiten im Schichtdienst, am Wochenende und an Feiertagen für die Geschäftsleitung immer noch zu teuer. Auf die Aufforderung der ver.di, in Tarifverhandlungen einzutreten, reagiert das Unternehmen mit ausgesprochener Zurückhaltung. Mit zunehmendem Druck, sich zu den Verhandlungen bereit zu erklären, kam die Eigenbedarfskündigung des Vermieters in Flensburg der Geschäftsleitung offensichtlich äußerst gelegen. „Wertschätzung sieht anders aus“ fasst der Betriebsgruppenvorsitzende Ralf Nöthlings das Handeln des Arbeitgebers zusammen. Seine Stellvertreterin Sandra Fiedler ergänzt: „Das passt einfach nicht zusammen. Wir werden für unseren Job über den grünen Klee gelobt und erfahren mehr oder weniger nebenbei, dass wir nächstes Jahr gehen dürfen.“

Beschäftigte schenken Adventskalender ans Hospiz am Park Marcus Dewanger Eine schöne Geste als Zeichen des Protests

Eine schöne Geste als Zeichen des Protests

Der Weihnachtskalender der Deutschen Post an ihre Beschäftigten mit den Grußworten: „Was sie tun und wie sie es tun“, mache den Erfolg des Unternehmens aus, klang für viele wie Hohn und Spott. Ihnen droht der Verlust ihrer Arbeit. Aus Protest spendeten 80 Mitarbeiter/innen ihre Kalender ans Hospiz am Park. So haben sie mit ihrer Geste aus etwas Schlechtem etwas Schönes gemacht. Weitere Aktionen folgen.