Postdienste

Generationenvertrag weiterentwickelt

bewegen 1/2019

Generationenvertrag weiterentwickelt

Altersteilzeit künftig schon mit 55 Jahren

Der Generationenvertrag kommt gut an. Rund 25.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Deutschen Post AG haben ein Zeitwertkonto, über 4.100 befinden sich in der Altersteilzeit.

Postdienste Frank Rumpenhorst Generationenvertrag weiterentwickelt

Der Generationenvertrag, ein im Jahr 2011 zwischen ver.di und der Deutschen Post AG geschlossenes Tarifmodell zu alternsgerechtem Arbeiten und zur Bewältigung des demografischen Wandels, wurde weiterentwickelt und deutlich verbessert. Die Änderungen treten zum 1. März 2019 in Kraft.

Altersteilzeit
Eine Altersteilzeit (ATZ) können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Deutschen Post AG nun ab Vollendung des 55. Lebensjahres für maximal 120 Monate in Anspruch nehmen. Voraussetzung dafür bleibt ein Wertguthaben im Zeitwertkonto von 55 Wertguthabenpunkten. Während der ATZ wird das monatliche Teilzeitarbeitsentgelt, wie bisher einkommensabhängig, um einen Aufstockungsbetrag auf mindestens 79 bis höchstens 87 von Hundert des monatlichen Bezugs-Nettoentgeltes (Netto vor ATZ) erhöht. Die einkommensabhängigen Aufstockungsbeträge werden für die verlängerte ATZ nach dem sechsten Jahr im höheren Umfang aus den Mitteln des Demografiefonds finanziert. Für die Beschäftigten ergibt sich aus dieser Finanzierungsregelung keine Veränderung des Aufstockungsbetrags in der ATZ. Mit dem neuen Tarifvertrag konnte auch klar und ausdrücklich geregelt werden, dass die Aufstockungsbeträge bei langer Erkrankung auch während des Bezugs von Krankengeld gezahlt werden.

Zeitwertkonto
Ergänzend zu den bisherigen Einbringungsmöglichkeiten von Entgelt in das Zeitwertkonto (ZWK), können nun auch durch Bezahlung abgegoltener Überzeitarbeit (Paragraf 14 Abs. 5 ETV Deutsche Post AG) in wählbarer Höhe sowie ein frei wählbarer Teil des Steuerbruttos als Sondereinbringung eingebracht werden. Bei der Berechnung der jährlichen Einbringungsgrenze gemäß TV Nr. 160 Paragraf 4 Absatz 1 (30 Prozent) bleiben diese Einbringungen unberücksichtigt. Die Einbringung muss vor Fälligkeit der Zahlung schriftlich erklärt werden. Dabei sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht in einem Monat 100 Prozent ihres Steuerbruttos einbringen, sondern die Einbringung so verteilen, dass für jeden Monat Rentenbeiträge geleistet werden, damit alle Kalendermonate als Rentenbeitragsmonate zählen. Mit den neuen flexiblen Einbringungsmöglichkeiten kann ab dem 1. März dieses Jahres kurzfristig und unkompliziert ein höheres Wertguthaben im  Zeitwertkonto aufgebaut werden.

Teilweise Freistellung
Die Deutsche Post AG und ver.di haben in den Verhandlungen auch über die Möglichkeit einer teilweisen Freistellung von der Arbeitsleistung aus dem ZWK verhandelt. Hierzu müsste nicht der Arbeitsvertrag verändert werden, sondern die Arbeitsleistung würde auf 50 Prozent reduziert (Teilfreistellung). Die Differenz zum bisherigen durchschnittlichen Entgelt würde aus dem Wertguthaben des ZWK entnommen.
Die teilweise Freistellung wird von den Tarifparteien jedoch erst nach Abschluss weiterer erforderlicher Prüfung der Auswirkung in Kraft treten können. Ein Zeitpunkt konnte daher noch nicht festgelegt werden.

Beamtinnen und Beamte
ver.di hat von der Deutschen Post AG die Übertragung der verlängerten Altersteilzeit auf die Beamtinnen und Beamten des Unternehmens eingefordert. Hierzu werden wir weitere erforderliche Gespräche in diesem Jahr aufnehmen.

Stephan Teuscher